Fracking

fracking-stoppen

Schwarz-rotes Kabinett beschließt Fracking!

Es ist kein Aprilscherz: am 1. April 2015 hat das schwarz-rote Kabinett einen Gesetzesentwurf zur Genehmigung von Fracking beschlossen. Was ist geplant:
– Bohrungen bis 3000m Tiefe werden erlaubt – tiefere Bohrungen werden neu geregelt
– Suche nach Fracking-Gebieten wird erlaubt – ab 2019 darf kommerzielles Fracking durchgeführt werden
– es dürfen auch schwach wassergefährdende Stoffe eingesetzt werden
– ein genrelles Fracking-Verbot ist auch bei negativen Folgen nicht vorgesehen
– „Unfälle sollen so weit wie möglich ausgeschlossen werden“ steht im Gesetzesentwurf.

Mitmachen:
Unterstütze die größte Online-Aktion gegen Fracking bei campact.

Unser aktueller Flyer zum Thema Fracking:
Fracking Seite 1
Fracking Seite 2

Unkonventionelle Erdgasförderung stoppen

Auch in Deutschland lagern bislang unerschlossene Erdgasvorkommen. Dabei handelt es sich in der Regel um sogenanntes unkonventionelles Erdgas. Dieses Gas lagert in tiefen Gesteinsschichten und konnte bisher nicht wirtschaftlich gefördert werden.

Neue Fördermethoden und langfristig steigende Gaspreise machen es nun für Unternehmen interessant. Im Fokus der Erdgasunternehmen
stehen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, doch auch in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Sachsen- Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben sich Gaskonzerne Aufsuchungslizenzen gesichert. Diese werden nach dem Bundesberggesetz vergeben.

In den USA wird unkonventionelles Erdgas bereits großflächig gefördert. Dabei ist es zu Trinkwasserverschmutzungen und Landschaftszerstörungen gekommen. Solche Auswirkungen wollen wir Grüne in Deutschland unbedingt verhindern!
Wir fordern eine Novellierung des Bundesberggesetzes. Denn wir wollen, dass die Risiken genau untersucht, transparent gemacht und bewertet werden, bevor darüber entschieden wird, ob eine Erdgasförderung zulässig ist. Das gilt sowohl für herkömmliche wie auch für unkonventionelle Lagerstätten.

Unsere Forderungen:

»»Energieverbrauch senken statt unnötig bohren
Grundsätzlich wollen wir den Erdgasverbrauch deutlich senken. Statt mit Gas schlecht isolierte Wohnungen zu beheizen, wollen wir die energetische Gebäudesanierung massiv vorantreiben und mit dem Gas dezentral Strom und Wärme in Kraft-Wärme- Kopplung gleichzeitig erzeugen. Langfristig möchten wir auf den Einsatz von Erdgas ganz verzichten. Unser Ziel ist es, möglichst bis zum Jahr 2040 den Energiebedarf vollständig aus erneuerbaren Energien zu decken.

»»Trinkwasser unbedingt schützen
Die Verklappung giftiger Abwässer unter die Erde muss gestoppt werden. Über die Langzeitauswirkungen ist nichts bekannt. Bevor mit einer Erdgasförderung an einem neuen Standort begonnen werden kann, muss das Abwasserproblem vor Ort geklärt werden. Weiter fordern wir eine grundsätzliche Beteiligung der zuständigen Wasserbehörden zur Bewertung der Auswirkungen auf das Grundwasser. Alle Unternehmen
müssen sämtliche Chemikalien offenlegen, wenn sie Fracking anwenden wollen. Sind die Risiken für das Grundwasser zu hoch, darf auch in konventionellen Lagerstätten keine Abbaugenehmigung erteilt werden.

»»Gasförderung ohne Risiko
Aufgrund der großen Bedenken und zahlreicher Proteste haben viele europäische Länder und Regionen Umweltgesetze verschärft und Moratorien gegen Fracking erlassen. Nach Frankreich hat zuletzt Bulgarien die Anwendung der Fracking-Technologie ganz verboten. Die Erdgasgewinnung aus unkonventionellen Lagerstätten birgt so viele Risiken, dass auch wir darauf verzichten sollten. Daher fordern wir ein Verbot des Einsatzes umwelt- und/oder gesundheitsgefährdender Chemikalien beim Fracking. Solange Risiken für Umwelt und Gesundheit nicht ausgeschlossen werden können, soll Fracking generell nicht zugelassen werden. Dies erreichen wir durch hohe Umweltstandards für die Erdöl- und Erdgasförderung und die Verankerung von Umwelt- und Klimaschutz als gleichrangiges Ziel im Bergrecht. Damit sorgen wir außerdem
dafür, dass auch die herkömmliche Gasförderung strengeren Umweltauflagen unterliegt.

Weitere Informationen:
Statement von Anton Hofreiter zu Fracking
Simone Peter fordert keine Schlupflöcher für Fracking
Stoppt Fracking in ganz Europa