Das Recht auf Ehe wird für alle Wirklichkeit

„Wir haben es geschafft! Der Bundestag hat heute endlich ‚ja‘ gesagt“, freut sich Sylvia Kotting-Uhl, Karlsruher Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen. „Das ist ein Ja zu gleichen Rechten für alle, die sich lieben und ein Ja zur Vielfalt in unserem Land. Die Ehe für alle nimmt niemandem etwas weg. Im Gegenteil, sie ist ein großer Gewinn für unsere Gesellschaft.“

Bereits 1994 hatten Bündnis 90/Die Grünen den ersten Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe in den Bundestag eingebracht. Nach jahrzehntelangem Kampf, nach langen Blockaden durch Schwarz-Gelb und zwei Großen Koalitionen, nach endlosen Diskussionen, in denen Lesben und Schwulen oft in verletzender Weise die gleiche Würde abgesprochen wurde, sind nun alle Menschen vor dem Standesamt gleich.

„Seit drei Jahrzehnten kämpfen wir Grüne für die ‚Ehe für alle‘. Auch in Karlsruhe setzen wir Grüne uns schon lange für das Ja zum Respekt für alle Menschen unabhängig vor deren sexueller Orientierung ein“, so Kreisvorstandsmitglied Stephanie Hugenschmidt.

Weiterkämpfen um Respekt und Akzeptanz

„Jetzt endlich hat sich Angela Merkel auf unseren Druck hin bewegt und die Abstimmung in ihrer Fraktion als Gewissensentscheidung freigegeben“, ergänzt Sylvia Kotting-Uhl. „Und das Gewissen der Abgeordneten hat richtig entschieden.“ Beschlossen wurde heute ein Gesetzentwurf des Bundesrates, der 2015 von Irene Alt, der grünen Familienministerin von Rheinland-Pfalz, initiiert wurde. Bald wird er im Gesetzesblatt stehen. Deutschland schließt sich damit den 22 Staaten an, die die Ehe bereits geöffnet haben.

„Es ist ein großartiger Tag“, verkünden die beiden Grünen. „Aber Anfeindungen und Ausgrenzung von Lesben und Schwulen sind damit noch nicht beendet. Mit dem Rückenwind der heutigen Entscheidung gilt es, Diskriminierungen im Alltag noch stärker entgegenzutreten. So erleben auch heute noch 82 Prozent der lesbischen, schwulen und bisexuellen Jugendlichen Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung. Das darf niemand kalt lassen. Daher kämpfen wir weiter mit der Zivilgesellschaft um Respekt und Akzeptanz. Für alle!“