Europäischen Bürgerinitiative (EBI) gegen Glyphosat: Unterschriftenaktion

Auszug aus der Unterschriften-Aktion des BUND:

Vergangene Woche hat die EU-Kommission ihren Vorschlag vorgestellt, wie es in Europa mit dem Ackergift Glyphosat weitergehen soll: Sie will, dass Glyphosat weitere zehn Jahre verwendet werden darf. Dabei ist die Rolle von Monsanto und deren potentiell gefälschten wissenschaftlichen Studien bei der offiziellen Bewertung der Gesundheitsgefahren dieses Pflanzengifts weiterhin unklar. [1]

Außerdem ist unbestritten, dass Glyphosat maßgeblich zum Verlust der Artenvielfalt beiträgt. In den Agrargebieten geht die Zahl der Vögel drastisch zurück. Der Bestand mancher Arten ist in den vergangenen Jahren um 80 Prozent geschrumpft. [2]

Der BUND ist Teil der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) gegen Glyphosat. Schon mehr als 750.000 Menschen haben online gegen Glyphosat unterschrieben. Eine Million ist der Schwellenwert, den die EU-Kommission für eine EBI vorgibt.

Kurzinfo zu Glyphosat

Glyphosat ist das meistverkaufte Pflanzengift der Welt und ein sogenanntes „Totalherbizid“. Es tötet jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Herbizideinsatz überlebt. Bekannt ist es vor allem unter dem Markennamen „Roundup„, ein Produkt von Monsanto. Glyphosat ist laut Krebsforschungsagentur der WHO wahrscheinlich krebserregend beim Menschen – und es trägt maßgeblich zum Artensterben in der Agrarlandschaft bei.

Einsatzgebiete von Glyphosat
Glyphosat wird weltweit eingesetzt – in der Landwirtschaft, im Obst- und im Weinbau, in Olivenhainen, im Zierpflanzenbau, in Christbaumplantagen, in Parkanlagen, auf Bahngleisen und in Gärten. Weltweit wurden 2011 etwa 650.000 Tonnen an glyphosathaltigen Pestiziden versprüht. Für 2017 wird eine Verdoppelung des Glyphosat-Verbrauchs vorausgesagt.

Die Rolle der Behörden
Das gesamte europäische Zulassungsprocedere von Pestiziden ist auf die Interessen der Industrie zugeschnitten. Es werden fast ausschließlich industriefinanzierte Studien berücksichtigt, die die Ungefährlichkeit eines Stoffes belegen sollen. Diese Firmenstudien bleiben als „vertrauliche Geschäftsgeheimnisse“ so gut wie immer unpubliziert und können somit nicht durch unabhängige Wissenschaftler*innen überprüft werden.

Das Missverhältnis zwischen industriefinanzierter und -unabhängiger Forschung zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen vom Juli 2013 nach Langzeitstudien auf, die mögliche gesundheitliche Folgen von Glyphosat mindestens über einen Zeitraum von 90 Tagen beleuchten.[3] In ihrer Antwort listet die Bundesregierung 28 industriefinanzierte Langzeitstudien auf – und nur eine Studie, die nicht von der Industrie finanziert wurde.

Ein Zeichen setzen – Zur Unterschriften-Aktion gegen die Wiederzulassung von Glyphosat:  https://aktion.bund.net/europäische-bürgerinitiative-gegen-glyphosat

Ende der Aktion ist der 15. Juni.

Quellen:

[1] Sueddeutsche-de, 7.5.2017: „Was die Monsanto-Mails verraten
[2] Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4.5.2017: „Zahl der Vögel geht stark zurück
[3] Deutscher Bundestag, 1.7.2013: „Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Harald Ebner, Uwe Kekeritz, Cornelia Behm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/13988