GRÜNE Karlsruhe weiterhin mit deutlicher Kritik an Erdölbohrung

Nachdem die im Sommer durchgeführten Probebohrungen ergeben haben, dass die Ölfunde zwischen Weingarten und Untergrombach wirtschaftlich förderungswürdig erscheinen, halten die GRÜNEN Karlsruhe an ihrer ablehnenden Haltung neuen Erdölförderungen gegenüber fest. „Im Jahr 2019 ist die Erschließung neuer Erdölvorkommen ein völlig falsches Signal“, äußert sich hierzu Sarah Dußler, Mitglied des Kreisvorstands. Die GRÜNEN Karlsruhe seien sich bewusst, dass in Deutschland die Vorgaben des Umweltschutzes strenger seien als in vielen anderen Erdöl fördernden Staaten und Öl auch immer noch als Rohstoff u.a. in der pharmazeutischen Industrie benötigt werde.

Jedoch könne nicht sichergestellt werden, dass das in Weingarten geförderte Öl tatsächlich nur stofflich verwertet und nicht letztlich doch verbrannt werde. „Außerdem wird so weiter die Vorstellung aufrechterhalten, wir könnten uns ewig auf fossile Rohstoffe stützen“, sagt Dußler weiter, „dabei ist es höchste Zeit, die Forschung an Alternativen voranzubringen.“

Letztlich sei angesichts der fortschreitenden Klimakrise und weiterer Umweltbelastungen wie beispielsweise durch Plastikmüll in den Ozeanen jeder Tropfen Erdöl, der im Boden bleibe, ein guter Tropfen. Heimisches Erdöl werde Importe aus autokratischen Ländern mit niedrigen Umweltstandards auch nicht überflüssig machen, sondern allenfalls zusätzlich gefördert werden. „Dadurch verzögern sich die Energiewende und die Loslösung von fossilen, nicht erneuerbaren Rohstoffen“, kritisiert Dußler.

Die Anträge für das bergrechtliche Genehmigungsverfahren werden laut Presseberichten voraussichtlich Ende März gestellt, mit einer Genehmigung durch die Freiburger Bergbaubehörde wird frühestens Anfang 2021 gerechnet. „Das Bundesberggesetz, auf dem die Genehmigungen beruhen, ist als Rechtsrahmen völlig aus der Zeit gefallen“, kritisiert Elisa Weintraub, ebenfalls Mitglied des Kreisvorstands. Klimaschutzerwägungen oder Nachhaltigkeitsaspekte spielten rechtlich keine Rolle bei der Prüfung von Genehmigungsanträgen. „Hier besteht dringender Reformbedarf auf Bundesebene.“