„Was tun gegen Rechtsextremismus?“, so lautete das Thema des Grünen Denkraums am 9. September im Friedensheim. Der Denkraum, im Original „Thinking Environment“, ist ein Konzept aus den USA von Nancy Kline. Im Grünen Denkraum geht es um das gemeinsame Nachdenken über relevante politische Themen. Wir laden dazu ein, Gedanken offen auszutauschen, einander zuzuhören, voneinander zu lernen und uns gegenseitig zu neuen Ideen zu inspirieren – ohne Beschlussdruck wie in anderen Gremien, also ohne dass wir sofort Lösungen finden oder Entscheidungen treffen müssen.
Einstieg in ein schwieriges Thema

Durch den Abend führte Jürgen von Oertzen. Nach einer kurzen Einführung wie der Denkraum abläuft, stellte er die Frage, wer denn das erste Mal dabei sei. Etwa zehn, der 25 Personen im Raum, hoben die Hand. Dann durfte jede*r aufstehen, sich zwei bis drei Personen suchen, die er*sie noch nicht kannte und sich ihnen vorstellen. Das sorgte für einen regen Austausch. Nach dem Einstieg übergab Jürgen dann das Wort an Uli Heiß. Uli gab einen zehnminütigen Einstieg ins Thema, um auf den nächsten Punkt vorzubereiten. Das Fragezeichen im Satz tauschte sie dabei direkt gegen ein Ausrufezeichen aus.
„Was tun gegen Rechtsextremismus! Das ist keine Frage, sondern ein Auftrag“,
sagte sie zu den Zuhörenden im Raum. Rechtsextremismus zeichne immer aus, dass Menschen als ungleich angesehen werden, sagte die Expertin. Sie arbeitet in ihrer Freizeit im Netzwerk „Karlsruhe gegen rechts“ mit. Damit sei Rechtsextremismus auch immer antifeministisch.
In der nachfolgenden Gruppenarbeit hatten alle Teilnehmenden je vier Minuten Redezeit. So durfte man seiner Gruppe erzählen, was man persönlich mit dem Thema verbindet. Das Besondere am Denkraum: Die anderen schweigen dabei. Es wird nichts kommentiert. Jeder Redebeitrag wird stehen gelassen. Spannend war beim Austausch im Plenum dann, wie unterschiedlich die Blickwinkel waren und mit welchem persönlichen Bezug ein jeder vor Ort war.
Selbst aktiv werden?
Im nächsten Schritt wurde es konkret: Ausgestattet mit Moderationskarten und Stiften wurde in den Gruppen nach Möglichkeiten gesucht, aktiv zu werden.
Im Plenum kamen die Ergebnisse zusammen. Unter anderem kam der Vorschlag ein Bürgerfest in Oberreut zu veranstalten. Auch kam der Hinweis, dass man sich für die Grüne Netzfeuerwehr registrieren könne, um in den Sozialen Medien gegen Desinformation und Hetze vorzugehen.
Der Austausch war von gegenseitigem Respekt geprägt, man merkte, alle im Raum wollen die Zukunft mitgestalten und nicht tatenlos zusehen.
Den nächsten Denkraum wird es etwa in sechs Wochen geben. Das Thema wird rechtzeitig bekannt gegeben. Wer vorbeikommen möchte, ist dazu herzlich eingeladen!
Christopher L. Gohla/Sophie Forreiter