Queer minds matter – Rückblick auf das Podium mit Sozialminister Oliver Hildenbrand

Sozialminister Oliver Hildenbrand spricht am Podium mit Johanna Füller, Anna R. Klassen, Dr. Iris Sardarabady und Silke Wüstholz (v.l.n.r.) – (c) Grüne Karlsruhe

GRÜNE Karlsruhe diskutieren mit dem baden-württembergischen Sozialminister über die psychische Gesundheit queerer Menschen.

Wie lässt sich die psychische Gesundheit queerer Menschen besser schützen? Darüber haben die GRÜNEN Karlsruhe am Donnerstagabend, 29. Oktober 2026, mit Sozialminister Oliver Hildenbrand im Haus der Jugendverbände „Anne Frank“ diskutiert. Knapp 100 Gäste kamen zum Podium, zu dem die Arbeitskreise QueerGrün und Gesundheit eingeladen hatten.

Bereits vor dem Podium hatten sich Karlsruher Beratungs- und Versorgungseinrichtungen in einem Fachgespräch vernetzt.

Diskriminierung macht krank

Zum Auftakt ordnete der Karlsruher Landtagsabgeordnete Benjamin Bauer das Thema ein: „Queer minds müssen viel aushalten.“ Er verwies auf eine Studie von DIW Berlin und Universität Bielefeld. Danach sind queere Menschen fast dreimal so häufig von Depressionen und Burnout betroffen wie der Rest der Bevölkerung. Als wichtige Ursache gelten Diskriminierung und Ablehnung. Wie es queeren Menschen gehe, sei zudem ein Seismograf für gesellschaftliche Veränderungen, so Bauer.

Was hilft: Safe Spaces und Beratung

„Gerade queere Kinder und Jugendliche sind besonders vulnerabel. In unserem offenen Treff bieten wir ihnen wöchentlich einen Safe Space, in dem sie sie selbst sein können und bei Bedarf zu sozialen Fragen beraten werden“, erklärte Johanna Füller vom Queeren Jugendzentrum LA ViE.

Für Vielfalt, Akzeptanz und gleiche Rechte

Das Land hat seinen Aktionsplan „Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg“ 2025 neu aufgelegt und im Koalitionsvertrag 2026-2031 haben Grüne und CDU vereinbart, ihn fortzuführen und das Queere Netzwerk Baden-Württemberg weiter zu fördern. „Der Aktionsplan ist das Herzstück der Queerpolitik in Baden-Württemberg. Wenn wir ihn konsequent umsetzen, stärken wir die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in allen Lebensbereichen – in Bildung und Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Arbeit und Wirtschaft. Das muss auch in Zeiten knapper Kassen unser Ziel sein.“

Wie knapp die Mittel vor Ort sind, zeigte sich auch auf dem Podium. „Die steigende Queerfeindlichkeit verlangt eigentlich einen Ausbau bedarfsorientierter Angebote. Aufgrund der prekären Haushaltslage muss unser Fokus jetzt jedoch darauf liegen, das bestehende Versorgungsangebot vollumfänglich zu sichern. Dafür braucht es innovative, quervernetzte Lösungsansätze“, sagte Dr. Iris Sardarabady, grüne Stadträtin und Fachsprecherin für Queerpolitik.

Wie solche Lösungen aussehen können, zeigte das Fachgespräch vor dem Podium. Stefan Bomsdorf und Silke Wüstholz, Hauptorganisator*innen des Abends, sehen in der besseren Vernetzung der Karlsruher Beratungs- und Versorgungseinrichtungen eine große Chance. Das Gespräch solle unbedingt fortgeführt werden.

„Wenn die Mittel knapp sind, kommt es umso mehr auf Zusammenarbeit an. Als Kreisverband wollen wir dieses Momentum nutzen, die Vernetzung vor Ort unterstützen und queere Belange in all unseren Themen mitdenken“, so Christina Bischoff und Max Liesegang, Sprecher*innen der GRÜNEN Karlsruhe.

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