Landtagsabgeordneter Salomon auf Tour in Sulzfeld

Der den Wahlkreis Bretten betreuende Landtagsabgeordnete Alexander Salomon besuchte auf Einladung der beiden grünen Gemeinderäte Thomas Bilder und Uwe E. Gablenz Sulzfeld. Komplettiert wurde das Quartett durch die Landtagskandidatin Andrea Schwarz aus Oberderdingen. Salomon wollte sich auf der ganztägigen Tour ein Bild der ortsansässigen Unternehmen und der Infrastruktur insgesamt machen.

Die erste Station war die Diakoniestation Südlicher Kraichgau. In den dortigen Räumen wurde die grüne Delegation von Herrn Ernst Jürgen Klarowitz, Vorstandsmitglied der Pflegeeinrichtung, Pflegedienstleiterin Heike Schwarz und Geschäftsführerin Anette Gablenz und Bürgermeisterin Sarina Pfründer empfangen. Unisono wurde durchweg positiv über die Einrichtung berichtet. Nicht nur die ökonomischen Ergebnisse weisen eine positive Bilanz aus, auch der genau so wichtige Aspekt der Arbeitsbedingungen und das Wohlbefinden der Gäste der Einrichtung wurden lobend hervorgehoben. Die anfänglich schleppend anlaufende Belegung der Tagesbetreuungsplätze findet immer mehr Akzeptanz und wird nun stark nachgefragt. Derzeit halten sich Nachfrage und Angebot an Betreuungsplätzen die Waage, Sulzfeld sieht gut gewappnet den Herausforderungen des demographischen Faktors und der immer älter werdenden Gesellschaft entgegen.

Nächste Anlaufstation war der seit den späten 1990 iger Jahren ausschließlich Bio-Wein produzierende Reblandhof des Dietrich Kern. Hier erfuhr Salomon im Schnellkurs die großen Vorteile des biologischen Weinanbaus, der nicht nur den Wein bekömmlicher macht, sondern eben auch die Böden und vor allem das Grundwasser schont, weil keinerlei chemische Substanzen eingebracht werden.

Nur biologische Produkte bietet auch Horst Drometer an, dessen schnuckeligen Bioladen als nächster Tagesordnung auf dem Plan stand. Drometer legt nicht nur großen Wert auf Bioprodukte, sondern auch auf deren regionalen Anbau, so finden sich in seinem Obst- und Gemüseangebot viele Produkte aus der näheren Umgebung, wie zum Beispiel vom Demeter Betrieb Auenhof in Neulingen-Bauschlott, der auch mit Menschen mit Behinderung betrieben wird. So ist nicht nur der Aspekt des biologischen und regionalen Anbaus berücksichtigt, sondern auch des sozialen.

Der nächste Betrieb, der zur Besichtigung anstand, überraschte den Abgeordneten Salomon genauso wie die Kandidatin Schwarz. Besucht wurde das Haarstudio von Frau Simone Pfefferle. Frau Pfefferle verwendet seit einigen Monaten ihrem Friseurbetrieb Naturprodukte. Ihr leidenschaftlicher und begeisternder Vortrag über die zum Teil erheblichen gesundheitlichen Gefahren für KundInnen und FriseurInnen bei der Anwendung der chemischen, konventionellen Pflege- und vor allem Haarfärbemitteln machte mehr als nachdenklich. Frau Pfefferle bietet dazu Alternativen an, ihre Produkte sind lebensmittelecht, frei von künstlichen Hormonen, Paraffinen, Schäumen-und Quellmitteln, synthetischen Farb- und Duftstoffen und frei von Petrochemie, somit findet auch keine Belastung des Abwassers statt. Erwähnenswert ist noch, dass trotz der relativ kurzen Zeit der Umstellung des Betriebskonzepts, schon KundInnen aus Bruchsal, Heilbronn und Mühlacker den Weg zu Frau Pfefferle gefunden haben.

Der nächste Halt fand bei Volker Dörsam, Inhaber des Bio-Catering „Hausgemacht“ statt. Dörsam führte durch seinen derzeit im Entstehen befindlichen Neubau am Sulzfelder Bahnübergang. Dörsam erklärte sein energetisches Konzept, das mit Komponenten wie Wärmerückgewinnung höchsten ökologischen Vorgaben stand hält. Aber auch beim Kauf der Produkte legt Dörsam großen Wert auf Qualität, so werden nicht nur biologische, sondern vor allem regionale Produkte aus der Bio-Landwirtschaft verwendet. Von derzeit knapp 3000 Essen, die pro Tag ausgeliefert werden, kann nach Fertigstellung des Baus auf 7000 erweitert werden.

Eine Stärkung in Form von frischen Butterlaugenstangen gönnte man sich beim nächsten Halt, der Bäckerei Krauss. Inhaber Andreas Krauss verwendet seit Jahren ausschließlich Kraichgau-Korn. Kraichgau Korn wird aus ausgesuchten Getreidesorten naturbelassen und ungespritzt angebaut. Daraus werden Mehle und Schrote mit hoher Backqualität erzeugt, wovon sich Salomon und Schwarz selbst überzeugen konnten.

Im Bürgerbahnhof wurde die Praxis von Anette Lorenz, die seit vielen Jahren die TCM-Akkupunktur praktiziert besucht. Frau Lorenz behandelt erfolgreich, ohne chemischen Pharmaeinsatz orthopädische Beschwerden. Thomas Bilger hat sein Büro ebenfalls im Bürgerbahnhof, er ver  sorgt Sulzfeld und Umgebung mit umweltfreundlichen PV-Modulen.

Zum Abschluss der Tagesreise öffneten sich noch die Türen zu zwei Privathaushalten. Markus Fundis, der darüber erzählte, dass er schon seit Jahren „über den Tellerrand“ hinausschaut und sich ganz besonders den Themen Tierschutz, Umwelt- und Naturschutz und Energieversorgung aus erneuerbaren Energien widmet. Er wünscht sich von der Gesellschaft insgesamt mehr Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit der Natur.

Jürgen Doneit, ein Hochschulprofessor mit Hang zur autarken Energieversorgung, speist derzeit den Energiebedarf seines großzügigen Einfamilienhauses mit einer Kombination aus Sonnenstrom und Wärmepumpe. Sein Heizölbedarf ist dadurch auf beeindruckende 500 Liter pro Jahr gesunken. Nebenbei lädt er noch sein e-Mobil mit der „Ernte“ vom Dach.

Zutiefst beeindruckt von den Eindrücken des Tages resümierte Alexander Salomon: „„Sulzfeld bietet ein enormes Potential für „grüne“ Themen, insbesondere weil die Menschen hier noch selber Wirtschaft machen. Hier wird nicht nur erkannt, dass es beim Voranschreiten des Klimawandels 5 vor 12 ist, hier wird auch dementsprechend gehandelt. Den roten Faden des ökologisch verantwortlichen unternehmerischen Handelns haben wir bei allen Stationen, die wir heute besucht haben, gefunden. Überall zeigte sich, dass es Alternativen zum Konventionellen gibt, man muss nur den Mut aufbringen und sie angehen. Dass wir in Sulzfeld so „geballt“, Betriebe vorfinden, die ökologisch aber auch sozial vorbildlich arbeiten, zeigt mir, wie wichtig eine Wirtschaft von Menschen für Menschen ist“. „Es freut mich, dass Sulzfeld so weit ist. Die Bürgerinnen und Bürger können stolz sein auf ihre Gemeinde – hier wird Generationengerechtigkeit gelebt und die UnternehmerInnen sind sich ihrer Verantwortung für unsere Umwelt bewusst und handeln entsprechend“, ergänzt Schwarz