Beitrag des GRÜNEN Ortsverbands Knielingen für den KNIELINGER Nr. 101 vom November 2016

Die Landtagswahlen im März erbrachten ein sehr erfreuliches und überzeugendes Ergebnis und zeigten, wie viel Vertrauen grüne Politik in weiten Teilen der Bevölkerung genießt. Beide grüne Karlsruher Kandidaten konnten das Direktmandat gewinnen.

Bettina Lisbach hat in den vielen Jahren als Fraktionsvorsitzende der Grünen im Karlsruher Gemeinderat ihre Kompetenz und Zuverlässigkeit bewiesen und wird diese, da sind wir sicher, auch im Landtag im Interesse von Karlsruhe einbringen, wie das auch Alexander Salomon, unser Direktkandidat für den Wahlbezirk West, in den zurück liegenden fünf Jahren als Landtagsabgeordneter gemacht hat. Beide Abgeordnete sind über ihre Wahlkreisbüros in Karlsruhe selbstverständlich gerne AnsprechpartnerIn für Ihre Anliegen.

Das Thema 2. Autobrücke über den Rhein beschäftigt uns bekanntlich schon sehr lange. Auch die Karlsruher Grünen waren überrascht von dem Interview mit Verkehrsminister Winfried Hermann im August, in dem er die Beschleunigung des Verfahrens ankündigte. Dies sei zu erwarten, weil der Bund erstmals Bereitschaft signalisiert habe, die Planungsverfahren für eine 2. Autobrücke und für eine Querspange zwischen Rheinbrücke und B 36 zu entkoppeln. Die Karlsruher Grünen bleiben bei ihrer Ablehnung einer solchen 2. Rheinbrücke und haben ein Gespräch darüber beim Verkehrsminister eingefordert.

In der konkreten Arbeit in Knielingen waren die Wegeverbindungen im Stadtteil ein Schwerpunkt unseres grünen Ortsverbands. Nicht nur die Grünen Karlsruhes fordern gute und sichere Rad-und Fußwege, sondern die gesamte Stadtverwaltung sieht dies bekanntlich als ihr Anliegen: Karlsruhe möchte „die“ Fahrradstadt Süddeutschlands werden.
Diesem Ziel widersprechen allerdings nach unserer Auffassung Zustand bzw. Planungen für zwei wichtige Verbindungen zwischen Tief- und Hochgestade, und zwar die Wege zwischen dem Neubaugebiet Sandberg 2 und dem Brurain und zwischen der Blindstraße und der Eggensteiner Straße.

Sie sind wenig benutzerfreundlich, fast schon gefährlich, dunkel und verschmutzt sowieso. Unser Ortsverband erstellte daher detaillierte Vorschläge zur Verbesserung der Situation und sandte diese im Februar an das Stadtplanungsamt. Zusammengefasst waren unsere Vorschläge:

Der zukünftige Weg beim Sandberg sollte breiter sein als die bisherige Treppe, auch mit Kinderwagen, Rollator und zumindest zum Schieben eines Rades bequem nutzbar und so ausgeleuchtet sein, damit er angstfrei benutzt werden kann.

Für den anderen Weg, nämlich die Treppe zwischen Blindstraße und Eggensteiner Straße, forderten wir ein beidseitiges  Treppengeländer, die ziemlich steilen Stufen sollten durch einen weißen Streifen vorne sichtbarer und dadurch sicherer gemacht werden, eine Beleuchtung sollte auch im oberen Bereich vorhanden sein. Der Radweg in diesem Bereich sollte um ca. 20 cm verbreitert und die Schräge weggenommen werden, um ein gefahrloseres Befahren in beiden Richtungen zu ermöglichen, der obere Zugang sollte einsehbarer gemacht werden durch ein Versetzen des Streugutbehälters.
Bei allen Wegen ist eine regelmäßige Reinigung, außerdem eine sichtbare Kennzeichnung nötig, damit nicht nur Insider sie finden.

Nach langen und hartnäckigen Bemühungen unsererseits gibt es inzwischen Offenheit für unsere Anliegen. Wie uns mitgeteilt wurde, soll der neu zu gestaltende Weg am Brurain möglicherweise breiter gebaut werden, damit Fahrräder und Kinderwägen gut geschoben werden können. Dies ist wegen der notwendigen Zustimmungen verschiedener Ämter aber noch nicht „in trockenen Tüchern“. Wir bleiben jedenfalls dran und fragen weiterhin nach.

Für die Verbindung bei der Blindstr. steht eine Rückmeldung zur konkreten Umsetzung unserer Vorschläge noch aus. Auch hier werden wir immer wieder nachhaken.

Im Juli monierten wir eine fehlende Bordsteinabsenkung an der Kreuzung Hermann-Köhl-Straße/Pionierstraße. Der 5,5 cm hohe Bordstein kann weder von RollstuhlfahrerInnen noch von Kindern, die mit dem Roller oder Fahrrad auf den angrenzenden Spielplatz wollen, gut und gefahrlos überwunden werden. Die Antwort des Tiefbauamts war rasch, aber leider nicht im unserem Sinn: Der Bordstein stelle kein Hindernis dar, soll aber bei einem Umbau des Gehwegs dem heutigen Standard angepasst werden. Kurzfristig werde das nicht geschehen, ein möglicher Termin wurde uns trotz Nachfrage nicht genannt. Eine sehr unbefriedigende Auskunft. Bekanntlich müssen radelnde Kinder bis zu 8 Jahren den Gehweg benutzen, die Strecke ist u.a. Schulweg für das Neubaugebiet. Sollte bis zum Erscheinen des KNIELINGERS im November der Bordstein noch nicht abgesenkt sein, können sich betroffene Eltern direkt an das Tiefbauamt, Herrn Enderlin, Tel. 133-6666 wenden und um Abhilfe bitten.

Bei der Müllsammelaktion im April hatte es sich gezeigt, dass unerfreulicherweise viele Tüten mit Hundekot gefüllt vor allem entlang des Geh- und Radwegs von der Eggensteiner  zur Blindstraße lagen. Dort und anderswo fehlen allerdings auch Abfallbehälter, in denen sie entsorgt werden könnten, so dass wir der Stadtverwaltung  fünf zusätzliche Standorte vorgeschlagen haben.

Für Knielingen gibt es seit längerem Überlegungen für einen zusätzlichen Schülerhort. Der Bedarf ist durch das Neubaugebiet Knielingen 2.0 und die Betreuungswünsche der Eltern gegeben. Bisher sind wir davon ausgegangen, dass hierfür ein Gebäude im Neubaugebiet neben dem Brauhaus errichtet werden soll. Nun ist uns jedoch zu Ohren gekommen, dass ein anderer Standort geplant sei, nämlich neben der Reinhold-Crocoll-Sporthalle an der Eggensteiner Straße. Dafür würde dann das dort befindliche kleine Wäldchen gerodet.

Wir haben deshalb um Auskunft gebeten, welcher Standort für den neuen Schülerhort von der Stadtverwaltung aktuell vorgesehen ist und mit welcher Begründung er ausgewählt wurde. Das Wäldchen neben der Sporthalle ist ein wichtiges ökologisches Bindeglied zur „Waid“ und in die Rheinniederung, das nicht ohne Not geopfert werden sollte. Auch ist in dem durch Großindustrie und Verkehr vielfach belasteten Knielingen jeder Baum wichtig.