Beitrag des GRÜNEN Ortsverbands Knielingen für den KNIELINGER Nr. 102 vom April 2017

Kann ein Wäldchen hohe Wellen schlagen?…..In Knielingen schon: Die Viktor-von-Scheffel-Schule wird saniert. Dadurch ergibt sich u.a. die Notwendigkeit, den Schülerhort  für ca. 5 Jahre provisorisch in Containern unterzubringen. Auf einer Informationsveranstaltung am 9.1. stellte Bürgermeister Lenz mit seinem Team die Planung vor: Die Container sollen neben der Reinhold-Crocoll-Halle (Sporthalle am Brurain/ Eggensteiner Straße) eingerichtet werden. Das dort befindliche Wäldchen soll gerodet werden.

Dagegen gab es Einwände von Seiten des Bürgervereins, des BUND und der GRÜNEN. Der Alternativvorschlag: Das Wäldchen soll gerettet werden! Mitten im Wohngebiet haben wir hier noch ein einmaliges Stück wild gewachsener Natur. Hier singen und brüten sogar Nachtigallen. Dies musste natürlich einem Gutachter entgehen, der angeblich im Oktober 2016 den Wert des Wäldchens eher niedrig einstufte: Da waren die Nachtigallen schon weggezogen. Bürgermeister Lenz zu diesem Thema: „ich will ja nicht sagen, dass das Unkraut ist“ – ein bekannter Rednertrick, um eine Sache schlechtzureden. –

Zwei alternative Standorte für die Container wurden von den Kritikern am 9.1. vorgeschlagen. Eine Prüfung wurde zugesagt. Ergebnis: auf einer 2. Veranstaltung am 30.1. wurde als alternativer Standort ein Gelände der Volkswohnung hinter dem Brauhaus präsentiert. Dagegen protestierten nun zahlreiche Eltern wegen der Entfernung. – Die Rodung stand unmittelbar bevor, da ergab eine Nachfrage beim Gartenbauamt, dass die Container nicht so schnell geliefert werden könnten, die Rodung werde auf den Herbst verschoben. Hier bietet sich nun eine Chance, die Rodung dieses Stücks „wilder“ Natur  doch noch zu verhindern. Die Gemeinderats-Fraktion der GRÜNEN wird mit einer Anfrage die Stadtverwaltung zur Suche nach einem annehmbaren alternativen Standort für das Schülerhort-Provisorium ermuntern.Von selbst kam diese leider nicht auf die Idee. Aber sie wirbt ja für ein grünes Karlsruhe. Wir nehmen sie beim Wort!

Rad- und Gehwege: Bereits im vorigen Knielinger hatten wir über unsere Bemühungen berichtet, die Wegeverbindungen vom und ins Tiefgestade zu verbessern, auch besser zu beleuchten und auszuschildern:

Der Weg vom Brurain bei der Crocoll-Halle zum Neubaugebiet Sandberg 2 sollte auch für Menschen mit Kinderwagen oder Rollatoren gut nutzbar sein. Es werden viele Familien dorthin ziehen, die für ihren täglichen Weg zu Kindergarten, Schule oder Einkauf den direkten Fußweg nehmen bzw. hier ihr Rad schieben können wollen.

Und auch die 2. Verbindung vom Tiefgestade zur Eggensteiner Straße  (Zickzackweg bei Hausnummern 81/83)  müsste aus unserer Sicht verbessert werden, vor allem, indem der Weg so verbreitert wird, dass man sich zu Fuß, mit dem Rad, dem Rollstuhl oder dem Kinderwagen gefahrlos begegnen kann.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir durch beharrliches Nachfassen bei den VertreterInnen der zuständigen Ämter Verständnis für die besonderen Bedürfnisse vor Ort erreichen konnten. Wir werden die Planungen und Umsetzungen weiter kritisch und mit unseren Vorschlägen verfolgen!  Und auch bei der Offenen Sprechstunde der Kommunalen Behindertenbeauftragten der Stadt Karlsruhe, Frau Wernert, am 21. Februar in Knielingen, trugen wir das Anliegen vor, dass diese beiden Wege möglichst behindertengerecht gestaltet werden sollten. Frau Wernert, die erst vor kurzem ihr Amt angetreten hat, nahm unser Anliegen positiv auf und versprach, sich dafür einzusetzen.

Als uns gleich zu Anfang des Jahres auffiel, dass Bäume am Spielplatz an der Eggensteiner Straße offenbar zur Fällung gekennzeichnet waren, richteten wir sofort eine schriftliche Anfrage an Herrn Schubert vom Gartenbauamt, was hier geplant sei. Denn unseres Erachtens sind die zwei großen Robinien im Sandbereich als Schattenspender im Hochsommer enorm wichtig. Und die vier kleineren Bäume an der Böschung zum Friedhof bieten Vögeln und Insekten Raum. Laut Herrn Schubert hatten Untersuchungen ergeben, dass die großen Robinien wegen Pilzbefalls und der daraus resultierenden mangelnden Standfestigkeit gefällt werden müssten; die kleineren Bäume an der Böschung sollten u.a. wegen Rodelmöglichkeiten entfernt werden. Unsere weitere Nachfrage und Bitte wegen baldiger Nachpflanzungen erbrachte die Information, dass voraussichtlich im Herbst diesen Jahres Eschen gepflanzt werden.

Herr Schubert verwies außerdem darauf, dass die Fällliste als Pressenotiz mit dem entsprechenden Link regelmäßig im Oktober in der Stadtzeitung veröffentlicht wird:

Bestehende Güterbahntrasse als Südumfahrung Knielingens nutzen! Als Knielinger Grüne begrüßen wir es sehr, dass es im Januar im Gemeinderat einen Interfraktionellen Prüfauftrag unter grüner Federführung gab: Seitens der Stadt sollte geprüft werden, ob auf der bestehenden, sehr gering genutzten Güterbahnstrecke durch das Industriegebiet bei Siemens eine Anbindung der Südtangente an die B 36 in Richtung Norden möglich ist. Dieser Vorschlag könnte, so meinen wir, der seit Jahren laufenden Diskussion um eine direktere B 36-Anbindung der Südtangente eine ganz neue Richtung geben und sollte genau und wohlwollend geprüft werden! Der vollständige Antragstext und die Antwort der Verwaltung sind online zu finden unter: https://web6.karlsruhe.de/Gemeinderat/Gruene-Fraktion/archiv/antraege/2017/0120at01.htm

Die inzwischen erfolgte Stellungnahme der Stadtverwaltung ergab nun, dass sie aus rechtlichen und technischen Gründen diesen Vorschlag nicht weiter verfolgen will. Die Antragsteller und wir Knielinger Grüne bedauern dies!

Nun möchten wir noch Sylvia Kotting-Uhl zu Wort kommen lassen – unsere grüne Kandidatin für Karlsruhe für die Bundestagswahlen im Herbst:

Sylvia-Kotting-Uhl, Pressephoto

Liebe Knielinger Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Bundestagswahl in diesem Jahr wird ganz im Zeichen von Sicherheitsdebatten und Umgang mit Flüchtlingen stehen. Hier haben wir tatsächlich nachzuarbeiten. Behördenversagen wie im Fall Amri darf es nicht mehr geben. Mehr Sicherheit muss und darf aber nicht zulasten unserer Humanität, unserer individuellen Freiheit und Selbstentfaltung und unseres Rechtsstaates gehen. Kein Trump-Staat in Deutschland!

Über der Tagespolitik dürfen wir die langfristigen Bedrohungen unseres Lebens auf diesem Planeten nicht vergessen. Auch unsere Kinder wollen noch in Sicherheit und Frieden leben. Wir müssen das Klima schützen, dafür braucht es die Energiewende und weniger Treibhausgase aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft. Die Themen drängen, der Planet lässt über seine Grenzen nicht mit sich verhandeln. Ökologische Lösungen müssen im Bund wie in der Kommune Vorrang haben. So muss z.B. in Karlsruhe statt der 2. Rheinbrücke eine ökologisch verträglichere Lösung umgesetzt werden.Ich bin mit Leib und Seele Umweltpolitikerin, die sich auch für eine solidarische Gesellschaft, Humanität und persönliche Freiheit einsetzt. Ich will ein lebenswertes Karlsruhe und ein lebenswertes Deutschland.

Ihre Sylvia Kotting-Uhl